Balaton

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Familieneignung

Der Balaton (Plattensee) ist ein gutes Reiseziel für Radreisen mit (größeren) Kindern. Die gesamte Rundstrecke um den Balaton ist in beiden Richtungen ausgeschildert, die Strecke ist ca. 210 km lang. Sowohl am Nordufer als auch am Südufer gibt es eine fast durchgehende Bahnverbindung, die Fahrradmitnahme ist in den Personen- und Schnellzügen möglich. Die Anreise mit dem Zug kann sich allerdings problematisch gestalten.

Vorteile

  • Der Balaton ist relativ flach, auch Nichtschwimmer können am Balaton die Freuden des Wassers genießen, größere Kinder können auch einmal im Wasser spielen, ohne dass die Eltern in unmittelbarer Nähe sind. Die Wassertemperatur beträgt im Sommer bei einer länger währenden Schönwetterperiode oft 28-30 Grad, die Gefahr der Erkältung ist selbst bei einem längeren Aufenthalt im Wasser gering. Längere Schlechtwetterperioden sind selten, es treten allerdings manchmal heftige Sommergewitter auf. Vor solchen wird mit Lichtsignalen am Ufer gewarnt. In vielen Badeorten gibt es Strandbäder mit Wasserrutschen und Ausleihmöglichkeiten für Wassertreter (für Erwachsene auch für Surfbretter und Kajaks). Bei solchen Strandbadern liegt der Eintritt für eine Tageskarte für Erwachsene bei umgerechnet 4 €. Es gibt jedoch auch an vielen Stellen (vor allem am Südufer) Zugänge zum Wasser, wo man kostenlos baden kann. Die Wasserqualität ist meist sehr gut (nahe Trinkwasserqualität), auch wenn man das Wasser durch den aufgewirbelten Sand etwas trübe ist. Der Untergrund ist meist sandig, nur an wenigen Stellen etwas schlammig. Quallen gibt es nicht.
  • Die Badeorte schließen sich meist direkt aneinander an, man kann deshalb die Reise flexibel gestalten. In allen Badeorten werden Privatzimmer angeboten, an vielen Häusern findet man eine Tafel „Zimmer frei”, was nicht immer bedeutet, dass dort wirklich ein Zimmer frei ist, sonder eher auf eine Privatvermietung hinweist. Dennoch dürfte es bei der großen Anzahl solcher Häuser kein Problem sein, ein Quartier zu finden.
  • Auch Campingplätze findet man an sehr vielen Orten, manchmal auch kleine Familienbetriebe.
  • Neben Supermärkten gibt es überall auch kleine Lebensmittelgeschäfte.
  • Man findet teilweise auch noch billige Restaurants mit einem beschränkten Menü (kifőzde), wo jeden Tag ein anderes Essen angeboten wird, aber keine Wahlmöglichkeit nach Speisekarte besteht
  • In der Nähe gibt es Attraktionen für Kinder, z.B. der Höhlensee in Tapolca (in der Höhle kann man an eine Bootsfahrt unternehmen) oder des Warmwassersee in Hévíz.
  • Es gibt Schifffahrten, entweder als Streckenlinien oder auch als Rundfahrten.
  • Sowohl am Nordufer als auch am Südufer gibt es eine Bahnverbindung (Ausnahme: Balatonederics-Badacsony und Balatonakarattya-Balatonaliga), die Fahrradmitnahme ist in den Personen- und Schnellzügen möglich (Vorhandensein freier Plätze vorausgesetzt).

Einschränkungen:

Die Radroute führt meist durch die Orte, wo mit Anrainerverkehr gerechnet werden muss. Nur auf kürzeren Abschnitten gibt es völlig separat geführte Radwege. Vor allem in Wassernähe muss man damit rechnen, dass Parkmöglichkeiten suchende Autofahrer nicht genügend auf Radfahrer achten. Mit kleinen Kindern, die zwar schon allein radeln, aber noch nicht richtig geradeaus fahren können, mal spontan die Seite wechseln, ist der Balaton deshalb nicht zu empfehlen.

  • Das Südufer ist zwar völlig flach, am Nordufer gibt es jedoch hügelige Abschnitte. Zwischen Balatonalmádi und Balatonfüred führt die Radroute in die Weinberge, was für ungeübte Kinder schon etwas anstrengend sein kann.
  • Die Anreise mit dem Zug kann sich problematisch gestalten. Wer über Budapest fährt muss damit rechnen, dass die Züge aus Richtung Deutschland/Österreich am Ostbahnhof (Keleti pu.) ankommen, die Anschlussstrecke an den Balaton jedoch am Südbahnhof (Déli pu.) beginnt. Innerhalb von Budapest ist es schwierig, von einem Bahnhof zum anderen zu fahren, mit Kindern kann hier nur empfohlen werden, den Bürgersteig zu benutzen. Einige große Kreuzungen müssen dann allerdings durch Unterführungen ohne Aufzug oder Rampe unterquert werden. Alternativ kann man in Győr, Komarom und Székesfehérvár umsteigen, jedoch ist auch hier der Wechsel von einem Bahnsteig zum anderen erschwert, da es keine Aufzüge gibt.
  • Bei Privatquartieren sollte man sich die Räumlichkeiten vorher zeigen lassen und auch den Preis genau besprechen, manchmal stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht.
  • Die Lebensmittelpreise in den kleinen Läden sind oft überteuert, teurer als z.B. in Budapest..
  • Die Saison endet spätestens nach dem ersten Septemberwochenende, da werden viele Campingplätze geschlossen, die kleinen Versorgungseinrichtungen ebenfalls und die Privatvermieter sind nicht mehr erreichbar, auch wenn das Schild „Zimmer frei” noch an der Hauswand zu sehen ist. Allerdings können dann die Strandbäder meist kostenlos betreten werden.